Schwerpunkte

  • Entwicklung eines seismischen Mikroskops ("Nanoseismic Monitoring")
    zur Erfassung kleinskaliger Bruchprozesse

    Die Erfassung mikroseismischer Ereignisse mittels Kleinarrays stand im Mittelpunkt der Tätigkeiten des Instituts. In der Vergangenheit wurden 

     - Erdfälle am Toten Meer mit Partnern in Israel/Jordanien
     - induzierte Seismizität bei Hydrofracs und Gaspeichern
     - tektonische Nachbeben mit dem Landeserdbebendienst BaWü, Freiburg

    untersucht. Am Institut wurden Schlüsseltechnologien für das Seismic Aftershock Monitoring System (SAMS)  der CTBTO (UN, Wien) entwickelt, die bei OSI Experimenten in Schweden (2007), Kasachstan (2008) und Jordanien (2014) zum Einsatz kamen.

    Auch in neuerer Zeit wurde weiter an der Erfassung kleinster seismischer Ereignisse geforscht:
    Das Zusammenspiel der Kinematik von Hangrutschungen mit dem Auftreten sogenannter Slidequakes wurde am Heumöser Hang  (Österreich) und in Super Sauze  (Frankreich) untersucht.

    Ein permanentes Netzwerk von Einzelstationen, Kleinarrays sowie zwei 10 Stationen Array wurde in Norddeutschland aufgebaut, um das Auftreten kleinster seismischer Ereignisse im Umfeld von Gaslagerstätten zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden mit geomechanischen Modellierungen untermauert.

    Es wurde ein  Messnetzwerk am Mont Terri Felslabor aufgebaut, um die Aktivität dortiger tektonischer Verwerfungen zu überwachen. Im Felsslabor wird die Eignung von Opalinustonformationen als Lager für radioaktive Abfälle untersucht.


  • Entwicklung  UAV basierter Messmethoden
    Zur untersuchung alpiner Hangrutschungen wurden mehrere Multikoptersystem zur Aufnahme von Luftbildern entwickelt. Zur Verwertung dieser wurde eine Photogrammetrische Toolbox geschrieben, die deren weiterverarbeitung zu Orthophotos ermöglichte.

  • Das Black Forest Observatory (BFO)
    Das Geowissenschaftliches Gemeinschaftsobservatorium der Universitäten Karlsruhe und Stuttgart in Schiltach, gehört zu den ruhigsten Observatorien für langperiodische seismische Signale weltweit. Der Betrieb des Observatoriums wird auch nach Schließung des Instituts für Geophysik fortgesetzt.

    Forschungsschwerpunkt ist die Erfassung des gesamten Geodynamischen Spektrums von den Gezeiten, über die Eigenschwingungen der Erde bis hin zu kurzperiodischen Signalen.

    Aufgrund den ruhigen Bedingungen wird das Observatorium als Versuchsstandort zur Erprobung neuer Sensoren verwendet, darunter das SG 102 Supraleitenden Gravimeter sowie das VBB Seismometer, das am 26 November 2018  im Rahmen der InSight Mission der NASA auf dem Mars abgesetzt wurde.